Geneigte Leser

Freitag, 13. April 2018

NORMANDIE ODER TOD!

"Normandie oder Tod!" - das hatten sich die Normannen geschworen als sie zur Heimkehr von ihrem Rachefeldzug aufgebrochen waren. Zwei Wochen waren Reynard de Warenne und seine Männer nun quer durch Feindesland auf dem Rückweg zur Küste, wo ihr Schiff auf sie warten sollte. Unterwegs hatten sie weder Obdach, noch viele Nahrungsmittel auf den kargen Hügeln und in den unbewohnten Tälern Schottlands finden können. Niederwild und Wurzeln, eiskaltes Quellwasser und einmal ein verlaufenes Schaf - mehr gab das Land nicht her. Der lange Marsch zehrte an ihren Kräften und Nerven gleichermaßen. Der Vorrat an Calvados war längst ausgetrunken, was die Stimmung auch nicht gerade hob. Inzwischen roch die Luft jedoch bereits nach der nicht mehr allzu fernen Nordsee, als sie eines neblig verhangenen Abends am Grund eines Tals ein paar Ruinen ausmachen konnten.
Die Mauerreste stammten wohl noch aus der römischen Besiedelung der britischen Insel und schienen genauso bar von Leben wie der Rest dieses öden Landes im feuchtkalten Norden. Reynard sandte ein paar Männer seiner Schildwache auf der rechten Seite voraus, um das Gelände zu erkunden. 
An seiner Seite ritt sein getreuer Knappe Michel, der auf dem ereignislosen Rückmarsch aus Langeweile angefangen hatte die Laute schlagen zu lernen, die er in seinem Gepäck zu diesem Zweck mitgebracht hatte. Seine Geschichten hatten die Kameraden schon an manchem Lagerfeuer unterhalten und ihm dünkte es ein guter Gedanke jene auch noch musikalisch zu untermalen oder gar in gesungener Form vorzutragen, wenn seine ungeschickten Handgriffe einst zur Kunst gereift sein würden. So klimperte er ständig hinter seinem Herrn her und dichtete Verse auf dessen Wirken. 
Die Ritter waren schon ziemlich lange im Nebel verschwunden und Reynard de Warenne begann sich langsam Sorgen zu machen. Was weder er, noch seine Mitstreiter sehen konnten, waren die Schotten, die sich jenseits der Mauern und Nebelbänke verschanzt hatten. Es handelte sich um McMurdochs Männer, die nach der letzten Schlacht den Normannen gefolgt und deren Ziel ausgekundschaftet hatten. Als sie sich sicher waren welchen Weg die Normannen nehmen würden, hatten sie den Tross in einem parallel verlaufenden Seitental in der Nacht umgangen und überholt, so dass sie an geeigneter Stelle dessen Weg abschneiden konnten. Und diese Stelle war genau hier. Das enge Tal erlaubte den Normannen kein Umgehen der römischen Siedlung und die Mauern, sowie der Nebel boten den Schotten hervorragende Deckung. 
Als der berittene normannische Spähtrupp den Hinterhalt erkannt hatte, blieb den Rittern nur der Sturmangriff, um nicht die Initiative zu verlieren. Mit erhobenen Schwertern trieben sie ihre schweren Schlachtrösser in den nächststehenden Haufen schottischer Krieger hinein. Lanzen wären ihnen lieber gewesen, aber die hatten sie nicht. 
 
So kam es zu einem wilden Hauen und Stechen, bei dem die vier Ritter samt und sonders aus den Sätteln gezerrt und am Boden kleingemacht wurden. Zwei Schotten fanden dabei ebenfalls ihr Ende, aber sie hatten erreicht, dass der Spähtrupp keine Meldung an Reynard de Warenne machen konnte. 
Dieser ließ nun einen zweiten Trupp auf der linken Seite vorgehen und begleitete seine pferdelose Leibwache in der Mitte zwischen die düsteren Mauern, wo grauenvoller Nebel waberte. 
 
Genau dort harrte derer jedoch der Feind in Person des Schottenhäutlings "Big“Mac McMurdoch und seiner Leibwache, die der des Normannen zahlenmäßig ums doppelte überlegen war. 
 
Schwerter trafen auf Schilde und fuhren in blutende Leiber. Ein einziger normannischer Schildwächter konnte sich aus dem Kampf lösen und zog sich zu seinem Herrn zurück. 
 
Auch die Ritter auf der linken Flanke fanden ihren Weg durch einen Schildwall flämischer Söldner verstellt, die der weitsichtige Schotte verdingt hatte.
Jener ließ nun seine eigene Kavallerie weit auf der linken Seite der Normannen vorpreschen, um deren Armbrustschützen anzugreifen. 
Die normannischen Ritter umrundeten den flämischen Schildwall und griffen stattdessen die Schotten dahinter an. 
 
Auch sie wurden wie ihre Waffenbrüder auf der rechten Flanke bis auf den letzten Mann niedergemacht. Zu ihrer Ehrenrettung rissen sie jedoch sogar noch einen Schotten mehr als jene mit in den Tod, so dass deren drei auf der Strecke blieben.
Reynard de Warenne entschied sich seinen verbliebenen Leibwächter seinem Schicksal zu überlassen und preschte, gefolgt von seinem musikalisch ambitionierten Knappen Michel, auf die linke Seite, um den Armbrustschützen gegen die schottischen Ponyreiter beizustehen. 
 
Jene hatten es aber gegen die Fußtruppen ebenso schwer wie die Normannen zweimal zuvor in umgekehrter Konstellation und mussten ihren Blutzoll bezahlen ohne die Schützen aufreiben zu können. 
 
Letztere schossen ihnen sogar noch einen Reiter weg als die beiden Haufen sich schon wieder getrennt hatten. 
 

 
Als nun die Knappen mit eingelegten Lanzen auf ihren Schlachtrössern  hinter ihrem Kriegsherrn auf sie zustürmten, wendeten die Schotten rasch ihre Ponys und nahmen Reißaus. 
 

 
Reynard de Warenne entschloss sich nun dem schottischen Anführer entgegenzutreten und suchte mit seinem Knappen Michel einen Weg durch den Morast zwischen den Ruinen. 
 

 

Das Wasser quatschte braunschwarz und stinkend unter den Pferdehufen hervor und fuhr saugend in die tiefen Hufabdrücke zurück als sich die Männer ihren Weg bahnten. Sämtliche Knappen schickten sich zögernd an ihnen zu folgen. 
 
Heldenhaft gab Reynard de Warenne seinem Ross die Sporen und sprengte mit einem donnernden Kriegsruf auf den Lippen auf den Schottenhäuptling zu. 
 
Schaum flog Mann und Pferd gleichermaßen vom Maul als er gegen den Schild des Schotten krachte. Dieser konnte sich seinem sicheren Ende nur entziehen, weil sich zwei seiner Männer in die wütenden Hiebe des Normannenfürsten warfen und sofort wie dürre Stecken gefällt wurden. 
(Anmerkung des Chronisten: An dieser Stelle wurde ein Fehler gemacht, denn der falsche Anführer wurde als Sieger dieses Nahkampfs erklärt. Eigentlich hätte der Schotte sich aus dem Kampf lösen und zurückweichen müssen, denn er hatte Wunden einstecken müssen, die seinen Tod bedeutet hätten, wenn nicht zwei beflissene Märtyrer in seiner Nähe gewesen wären, während der Normanne keine Verwundung wegstecken musste – also einen erfolgreichen Angriff geführt hatte. Das blieb jedoch ohne Auswirkung, denn das Spiel war zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon zugunsten der Schotten entschieden, die wesentlich mehr Normannen niedergemacht hatten als sie selbst Blutzoll zahlen mussten. Die letzte Runde war angebrochen, der Zug der Normannen vorüber und der finale Spielzug des schottischen Oberstrategen zeitigte dasselbe Ergebnis wie ein richtig gespielter Nahkampfausgang…) 

Die Männer von McMurdochs Leibgarde fielen zu siebt aus schierer Mordlust über den letzten verbliebenen normannischen Schildwächter her, der sie zugegebenermaßen Obszönitäten gestikulierend und wortgewandt schmähend ausgiebig verhöhnt hatte. 
 

 

Zu Tode geprügelt blieb er zwischen den triumphierenden Schotten im Dreck liegen. 
 
Der Häuptling jedoch gab sich großmütig und unterließ es einen Gegenangriff auf den vollkommen verausgabten Normannenfürsten zu führen, der kraftlos in seinem Sattel hing. 
 
Dessen Knappen Michel fehlten im Moment noch die richtigen Worte, aber er war sich sicher einen angemessenen Reim auf diese epische Schlacht finden zu können. 
 
Einen Titel für die Geschichte wusste er schon: „Normandie oder Tod!“ Tatsächlich hatten sie neun Schotten das Lebenslicht ausgeblasen, dafür jedoch fünfzehn eigene Männer opfern müssen, von denen zwölf kampferprobte Ritter waren. Geschlagen trotteten die Normannen der nahen Küste zu und schworen sich dieses ungastliche Land niemals wieder betreten zu wollen. Mac McMurdoch stand stolz und hochaufgerichtet vor seinen Männern als die Normannen mit hängenden Köpfen an ihnen vorbeizogen und sah dem Gegner noch lange nach als er schon längst im Nebel am Ende des Tals verschwunden war. Reynard de Warenne hatte keine Lust mehr weitere Rache für den Tod seines Vetters zu nehmen. In zwei Schlachten hatte er sich an dem meisterlich planenden Häuptling der Schotten die Zähne ausgebissen und auf beiden Seiten war genug Blut vergossen worden, um ehrenhaft ein für alle Mal auseinander gehen zu können. Er fragte sich wie die Schotten freiwillig ein solchermaßen freudloses Dasein in einem so kärglichen und nasskalten Land fristen konnten, wo es nicht einmal einen ordentlichen Apfelbrand zum Besaufen gab. Er verzehrte sich nach einem Tropfen Calvados aus seiner Feldflasche und dachte sehnsuchtsvoll an die üppigen grünen Hügel, das fette Vieh, die heimeligen Dörfer und die trutzigen Burgen der Heimat…




Ein abschließender Blick ins Jenseits:
9 tote Schotten...
...und 15 tote Normannen.

Donnerstag, 12. April 2018

Lady Godiva

Michi painted his first anglo-saxon miniature: It's not a warrior but Countess Godgifu of Mercia (or Lady Godiva in latin) who lived at the times when Duke William of Normandy conquered Britain. She was (and is still) known to ride naked down the streets of Coventry to convince her husband Leofric, Earl of Mercia to lower taxes. The paintjob was inspired by the movie poster.
Michi hat seine erste angelsächsische Figur für Saga bemalt: Keinen Krieger, sondern Gräfin Godgifu von Mercia oder latinisiert Godiva, die zu Zeiten der Eroberung Britanniens durch Herzog Wilhelm von der Normandie lebte. Sie war aund ist bekannt für ihren unbekleideten Ritt durch die Straßen Coventrys, um ihren Mann, den Jarl Leofric von Mercia, zur Senkung der Steuern zu bewegen. Das alte Filmplakat lieferte die Inspiration für die Farbwahl der Figur.
Es heisst, dass Lady Godiva mit den Menschen in Coventry Mitleid hatte, die unter der massiven Besteuerung ihres Gatten litten. Nach mehreren unfruchtbaren Diskussionen zwischen den Eheleuten, versprach der genervte Jarl unter einer Bedingung die Steuern zu senken.
Die Griechen, so sagte er ihr, sahen einen nackten makellosen Körper als die Perfektion der Natur, und schon als Kunst. Indem man dem einfachen Volk in Coventry einen nackten Körper mit makelloser Schönheit präsentiere, würde den Bürgern Kultur von unschätzbarem Wert geboten werden.
Und so sah seine Bedingung aus:
Lady Godiva sollte mitten am Tag so wie Gott sie schuf auf ihrem Pferd über den vollen Marktplatz reiten. Ihr ästhetischer Körper sollte der Beweis von Gottes nahezu perfekter Arbeit sein. Wenn sie das tat, würde er die Steuern reduzieren.
Lady Godiva soll nicht nur einen nahezu perfekten Körper gehabt haben, sondern auch einen starken Willen. Sie stimmte der Bedingung ihres Ehemanns zu.
So wurde ein Tag im August bestimmt und in Begleitung von zwei (angezogenen) Frauen ritt Lady Godiva nackt in aufrechter Haltung über den Marktplatz von Coventry. Nur ihre langen Haare umspielten ihren wunderschönen Körper.
Leofric war von dem Mut seiner Frau so beeindruckt, dass er bis auf die Pferdesteuer den Bürgern alle Steuern erließ.








Samstag, 7. April 2018

Magic Carpet Ride

The carpets ride the camels. Two more for the caravan to be looted in Saga: The Crescent and The Cross...
Michi hat zwei weitere Packkamele für die Karawane bemalt, die dann in Saga: Ära der Kreuzzüge geplündert werden kann...